Einmal in Berlin laufen, meiner Lieblingsstadt. Durch die geschichtsträchtigen Straßen dieser facettenreichen Stadt. Das war mein Traum seit ich im Jahr 2011 zum ersten Mal meine Laufschuhe schnürte.

Nach meinem Halbmarathondebüt in Mannheim im Jahr 2015 war ich fest entschlossen die Distanz verdoppeln zu wollen und da kam für mich nur Berlin in Frage. Also warf ich mich, mit all meiner Hoffnung, im Herbst 2015 in den Lostopf des 43. Berlin Marathons. Ich weiß es noch als wäre es gestern gewesen: Ich saß in der Redaktion meines damaligen Arbeitsgebers, als am 01.12.2015 die erlösende E-Mail mit den Worten "Sie sind ein Gewinner" in meinem Postfach ankam. Nicht nur ich, sondern viele meiner Lauffreunde und der Insta-Community hatten ähnliches Glück. Ich war davon überzeugt, dass es ein wahnsinnig tolles Erlebnis werden würde.
Ab diesem Tag lief alles nach Trainingsplan und der erste Schritt, ein paar Renn-Kilos abzunehmen, wurde in Angriff genommen. Drei Monate später, gerade im ersten festen Arbeitsverhältnis nach der Uni angekommen, platzte meine rosige Berlin Seifenblase. Ich war in der Event-PR gelandet und betreute eine große Veranstaltung, welche zwei Tage vor dem Berlin Marathon stattfinden sollte. Mein erster Gedanke war erst noch, Samstags dann in den Zug zu steigen und daraus eine recht kurzweilige Angelegenheit zu machen, aber es sollte sich rausstellen, dass ein Arbeitspensum von bis zu elf Stunden am Tag einem mehr Kräfte raubte, als anfänglich gedacht. So verbrachte ich den 25.09.2016 völlig übermüdet, nach rund 50 Stunden durcharbeiten, ziemlich weinerlich auf dem Sofa und schaute zigtausenden Läufern zu, wie sie meinen Traum lebten. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass es erst der Anfang meines Berlin Desasters sein sollte.

Wie es nämlich so ist mit den lieben Träumen, gibt man ja nicht auf, nur weil einem ein Hindernis in den Weg gelegt wird. In weiser Voraussicht meldete ich mich deshalb im Mai 2016 bereits für den 37. Berliner Halbmarathon an, der am 02.04.2017 stattfinden sollte. Berlin ist Berlin, dachte ich mir und 21km waren ja bekanntlich auch was feines. Also ging es im Dezember los mit der lieben Vorbereitung und was soll ich sagen, es lief mächtig beschissen. Ich stolperte von Erkältung zu Erkältung, dann hielten mich die Umzugsvorbereitungen auf Trab und die neuen Laufwege müssen ja auch erstmal erkundet werden. Kaum die ersten Kisten in Frankfurt ausgepackt, schloss ich mich der #werunfrankfurt Crew von Flooorrriii und Carini Bikini an und fühlte mich endlich angekommen. Von Flo persönlich motiviert, hatte ich zum ersten Mal wieder das Gefühl, dass es richtig gut läuft. Keine Sorge, das Gefühl hielt lediglich 3 Wochen, bis ich mich vollends schlapp fühlte. Seit dem Umzug konnte ich nicht mehr richtig schlafen und meine Zitteranfällen und das Herzflattern, welches mich seit letztem Herbst begleitet, wurden immer schlimmer. Ein Langzeit-EKG Anfang März zeigte einige Unregelmäßigkeiten, die innerhalb eines einwöchigen Untersuchungsmarathon abgeklärt wurden. Am Ende stand die Diagnose fest: Stressbedingte Herzrythmusstörungen. Maßnahmen: Das sofortige Einstellen aller körperlich anstrengender Tätigkeiten, absolute Stressreduktion und die Einnahme von Beta-Blockern. Das war's! Wieder ein DNS in Berlin.

Ich musste auf die Bremse treten, ich hatte keine Wahl. "Sie sind einen Schritt davon entfernt meine jüngste Herzinfarktpatientin aller Zeiten zu werden", sagte mein Arzt am 18. März 2017 zu mir. Ich kann euch sagen, die ersten drei Wochen war ich am Boden zerstört. Dass mich etwas oder jemand so fertig machen würde, dass es mich krank macht und ich meinen geliebten Sport nicht mehr betreiben könnte, hätte ich niemals erwartet. Es war frustrierend schon wieder meinen Traum aufgeben zu müssen, aber meine Gesundheit ging vor. Ab sofort standen also regelmäßige Blutdruckkontrollen, Yoga, Spazieren gehen und Achtsamkeitsübungen auf dem Tagesplan.

Und das alles zwei Wochen vor dem Berliner Halbmarathon. Alles war gebucht und für mich stand relativ schnell fest, dass ich die Reise trotzdem antreten würde. Gemeinsam mit meinen Eltern und meinem Freund ging es dann also für einen Wochenendtrip nach Berlin inklusive Shoppingeskalation auf der Marathonmesse, Fotosession mit meiner geliebten Startnummer und vieler Anfeuerungsrufe an der Strecke des Marathons. Und so konnte ich dem ungeplant unsportlichen Wochenende doch etwas positives abgewinnen: Ich konnte Kraft tanken, Wettkampfluft schnuppern und tausenden Läufern zu jubeln!

Wer hier schreibt und läuft

Hey, mein Name ist Michaela und lange bevor ich zum Laufen gekommen bin, habe ich meine Liebe zum Schreiben entdeckt. Erst Gedichte und Geschichten und irgendwann für mehrere Zeitungen und diverse Magazine und Webseiten. Da ich beruflich leider nicht mehr so viel schreibe, wie ich gerne würde, habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Hier möchte ich meine beiden großen Leidenschaften miteinander verbinden und euch mitnehmen auf eine kleine Reise durch meine Laufwelt! Eure Curly

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